Befreiung von Studienbeiträgen

Ich hatte ja schon über die vier Versprechen der Uni Kassel berichtet, die sie im Zuge der Einführung von Studienbeiträgen den Studierenden geben.
Was die Befreiung von den Studienbeiträgen betrifft, habe ich mich mal informieren lassen wie das denn eigentlich mit denjenigen StudentInnen aussieht, die noch nach alten Studienordnungen, also nicht-modularisiert, studieren. Und die Antwort war eigentlich nicht anders zu erwarten:
Weil die Noten aus Zwischenprüfungen u.ä. nicht vergleichbar sind mit den Noten der modularisierten Studiengänge, können StudentInnen alter Studienordnungen nur im Nachhinein befreit werden. Sprich, sie müssen erstmal zahlen und bekommen dann vielleicht irgendwann ihr Geld zurück.
Das ist eine echte Frechheit finde ich! Als eine Studentin, die das auch persönlich betrifft, kann ich nur sagen: Das ist echt zum Kotzen! Ich bin doch keine StudentIn zweiter Klasse! Ich hab ein Zwischenprüfungzeugnis nur mit Einsen drauf und ich muss zahlen, obwohl andere mit schlechteren Noten befreit werden, weil sie später angefangen haben zu studieren?
Die uni sollte mal Gerechtigkeit in ihre Versprechen aufnehmen!
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frau k. - 25. Jul, 10:18

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Gerechtigkeit kann es nur geben, wenn auch alle Ex-Studenten seit bestehen der Bundesrepublik Deutschland nachträglich zur Kasse gebeten werden!

Sebastian (anonym) - 25. Jul, 20:58

Gerechtigkeit

@ Frau K.
Naja seit bestehen der Bundesrepublik ist auch nicht ganz richtig. Studiengebühren wurden ja erst Anfang der 70er abgeschafft... Außer in Hessen hier kann man schon länger gratis studieren.

@Isabel:
Aber wenn du von Gerechtigkeit spricht, dann musst du auch daran denken, dass die Leute die jetzt anfangen zu studieren länger die Gebühren zahlen müssen als du. Du wirst sicherlich bald fertig werden und zahlst letztlich weniger als die anderen. Ist das gerecht? Diese ganze Diskussion, ob nun über die Mittelverteilung oder die Befreiungstatbestände, ist schwachsinnig. Studiengebühren sind prinzipiell ungerecht.
frau k. - 25. Jul, 21:12

@Sebastian weiss ich doch.. ich wollte nur damit sagen, dass es wohl kaum gerecht sein kann, wenn jemand jetzt für sein ganzes Studium bezahlen muss, während andere vor ihm das nicht bezahlen mußten

außerdem gebe ich Dir recht, Studiengebühren sind prinzipiell ungerecht.
.peter - 26. Jul, 21:53

"Diese ganze Diskussion, ob nun über die Mittelverteilung oder die Befreiungstatbestände, ist schwachsinnig. Studiengebühren sind prinzipiell ungerecht."

--->>> Sehe ich nicht so. Man sollte nicht aufhören, Details der Behandlung von Studiengebühren zu kritisieren nur weil sie "ohnehin" unter einen größeren Kritikpunkt fallen.

Man kann auch aus der Behandlung, Kritisierung und politischer Teilnahme solcher Punkte "vom Einzelnen auf das größere Ganze schließen". Dabei darf man eben jenes größere Ganze nicht aus den Augen verlieren, ebenso aber auch nicht dessen Details, da es zum gleichen Schlusspunkt führt.

Ergo: Die Gleichbehandlung der Studierenden sollte dem AStA auch beim Thema Studiengebühren ein Anliegen sein. Schließlich können die Studierenden ja nichts dafür, dass sie zahlen müssen, wohl aber kann deren politische Vertretung etwas dafür, wenn es dabei zur Ungleichbehandlung kommt ohne das reagiert wird. Fachschaften und AStA müssen daher dazu Stellung beziehen, finde ich.
Sebastian (anonym) - 27. Jul, 01:35

Damit hast du natürlich auch Recht. Die Frage ist nur inwiefern man daran überhaupt Einfluss ausüben kann, bei den immer kleiner werdenden Partizipationsmöglichkeiten an hessischen Hochschulen.

Eine kollektive Zahlungsverweigerung finde ich sinnvoller, nicht zuletzt aufgrund der Verfassungsklagen, als darüber zu diskutieren wie die Gebühren für uns alle das Studium "verbessern" könnten.

Im Prinzip muss ich auch Isabel recht geben. Neben der Tatsache dass Studiengebühren generell ungerecht sind, ist die Umsetzung des Gesetzes speziell an der Uni Kassel eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit obendrauf.

Aber das Thema hatten wir ja schon oft. Es ist eine Gratwanderung zwischen Glaubwürdigkeit und Verantwortung.

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